Ich wage zu fragen ob es Sinn macht, Entscheide der sogenannten Mitteparteien dauernd in die linke oder rechte Ecke zu stellen.
Bin ich politisch links, weil ich in Münchenstein den Mittagstisch mit Nachschulbetreuung aktiv in der Planung und Umsetzung begleitet habe? Stehe ich politisch rechts, weil ich die zusätzlichen Theatermillionen aus dem Blickwinkel der aktuellen Finanzlage des Kantons betrachtet habe? Nein. Die FDP steht für das Prinzip der Subsidiarität (Selbstverantwortung vor staatlichem Handeln) und für einen gesunden Finanzhaushalt. Jedes Geschäft muss auf seine finanzielle Tragbarkeit und auf seinen Nutzen für die Bevölkerung überprüft werden. Der Staat muss sich genau überlegen, welche Leistungen zu welchem Preis Sinn machen und dies zukunftsgerichtet. Liberal ist die differenzierte Auseinandersetzung in einem Thema, ungeachtet welche Haltungen andere Parteien fassen. In der Politik gibt es schlussendlich nur ein Ja oder ein Nein. Die Wahrscheinlichkeit, dass man mit links oder rechts derselben Meinung ist liegt bei 50%. Jedem Begehren, jedem Projekt, das von Regierung oder vom Landrat vorgestellt wird, liegt eine gute Absicht zu Grunde. Das Parlament trägt aber auch Mitverantwortung an der finanziellen Lage im Kanton und kann deshalb nicht alle Projekte gutheissen.
Jasagen ist angenehm, gibt ein gutes Gefühl und man steht auf Seite der Guten.
Neinsagen ist immer überlegt, kein Schnellschuss und zudem unangenehm. Begründungen werden oft abgetan mit der Anschuldigung man sei Verhinderer, konservativ und denke nicht urban.
Ich kann Ihnen versichern, dass ich am liebsten alle Projekte befürworten würde. Aber ich trage Verantwortung gegenüber der Gemeinde, dem Kanton und schlussendlich dem Steuerzahler. Deshalb erlaube ich mir, jedes Geschäft einzeln zu beurteilen. Ich betrachte mich weder rechts noch links, sondern als liberales, differenziert denkendes Mitglied der Gesellschaft.
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